Meike Schlosser Heilpraktikerin

Pflanzenheilkunde

Von alters her werden in den verschiedenen Kulturkreisen Kräuter verwendet, um gesund zu bleiben und Krankheiten zu heilen. Leider ist dieses Wissen in vielen Ländern verloren gegangen. Die ayurvedische Medizin verfügt über einen ungewöhnlich reichen Schatz an Heilpflanzen. Indische Botaniker zählen über 20.000 Pflanzenarten, die medizinisch genutzt werden.

Dravyaguna, die ayurvedische Lehre von den Eigenschaften und den Wirkungen der Heilpflanzen, besitzt ein eigenes System der Kategorisierung. Während die westliche Phytopharmakologie überwiegend durch die biochemische Analyse Aufschluss über die Wirksubstanzen, die Wirkungen und Wirkrichtungen und letztlich auch die Wirksamkeit einer Pflanze erhält, wählt der ayurvedische Mediziner einen anderen Weg, der sich z.Z. mit der Vorgehensweise der traditionellen Phytotherapie deckt: er beurteilt die Pflanze nach ihren für ihn wahrnehmbaren Eigenschaften.

In allen einschlägigen Werken der ayurvedischen Pflanzenheilkunde findet die folgenden Begriffe zur Beschreibung der Energetik und Wirkrichtung einer Pflanze:

  • Rasa: der Geschmack einer Pflanze
  • Guna: ihre Eigenschaften, die mit dem Tastsinn erfahren werden können.
  • Virya: ihre subjektiv erlebte und objektiv erkennbare Wirkung auf den Stoffwechsel
  • Vipaka: ihr Geschmack, den sie nach der Verdauung erzeugt
  • Prabhava: spezifische pharmakologische Wirkungen, die sich nicht aus den obigen Eigenschaften ableiten lassen
  • Der Einfluss auf die drei Doshas, die Psychophysiologie

Darüber hinaus werden bei der Verabreichung von Pflanzenpräparaten auch die Zubereitungsform (z.B. Pulver, Kaltauszüge, Tees, Abkochungen, fermentiere Getränke, Pasten), Einnahmezeit, Trägersubstanz berücksichtigt.